Anti-Giftköder-Training am 27.4.2025 in der Gruppe Südbaden
Wiederkehrende Warnmeldungen über gezielt ausgelegte Giftköder sowie die verheerenden Folgen für Hunde, die sie aufnehmen, haben im Einzugsgebiet der Gruppe Südbaden in der zurückliegenden Zeit zu viel Unverständnis für diejenigen, die zu solchen Straftaten im Stande sind und großer Besorgnis aufgrund der Gefährdung des eigenen vierbeinigen Begleiters gesorgt.Doch Jammern und Schimpfen schützt nicht - so haben wir uns zu Saisonbeginn unseres Spaßtrainings ein ganz ernstes Thema vorgenommen und ein Anti-Giftköder-Training durchgeführt.
Zunächst haben wir uns damit beschäftigt, wie wir die Aufnahme von präparierten Wurst-, Käse- oder Fleischstücken mit Rattengift, Schneckenkorn, Xylit, Reißzwecken, Rasierklingen oder Scherben durch unsere Hunde vermeiden können und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass unsere Hunde lernen müssen, entweder gar nichts vom Boden aufzunehmen oder nur mit unserer vorausgegangenen ausdrücklichen Erlaubnis. Dies sollte nicht nur für Giftköder, sondern auch für Müll, Tierkot, alte Essensreste usw. gelten. In akuten Gefährdungssituationen (z.B. bei offiziellen Giftködermeldungen für einen bestimmten Bereich) kann auch das vorübergehende Tragen eines Maulkorbes und Angeleint-lassen des Hundes während des Spaziergangs sinnvoll sein.
Während des Trainings haben wir unerlässlich wichtige Grundkommandos wie ein klares "Nein!", "Lass es!" und "Hier!" vorbei an der Wienerlestraße eingeübt, so dass der Hund lernt, seine gerade begonnene Aktion zu stoppen, zu unterlassen und zügig an den sicheren Ort zu seinem Menschen zurück zu kehren. Aber auch die Erlaubnis "Nimms!" haben wir trainiert. Und so fix im Denken, Kombinieren und Verstehen wie unsere Dackel nun mal sind, hat jeder in Nullkommanix verstanden, dass man das feine Leckerli bei "Nein" und "Lass es" auf der sich öffnenden flachen Hand liegen lassen muss und bei "Nimms" genüsslich verspeisen darf. Nach dem Einstudieren der Grundkommandos konnten alle Mensch-Hunde-Teams mit ganz praktischen Übungen ihr erlerntes Wissen vertiefen. Wäre doch gelacht, wenn ein echter Dackel während dem Tratsch von Frauchen mit einem "zufällig" vorbeikommendem anderem Mensch-Hunde-Team nicht neben einem ausgelegten Wienerle einfach absitzen könnte! Danach haben alle Dackel ihre bereits erworbene Impulskontrolle bewiesen. An einer Leckerlistraße entlanglaufen ohne sie aufzunehmen, vor den Leckerlis absitzen und nur mit durch Blickkontakt erfragter Erlaubnis aufnehmen. Und den Wienerleweg mit "Lass es" gemütlich zu durchschreiten - das kann auch ein Dackel!
Das Ende unserer Trainingsstunde war sodann der Anfang eines langfristigen individuellen Trainings. Darüber waren sich alle Teilnehmerinnen einig - das eben Erlernte muss künftig im Alltag auf Spaziergängen und im eigenen Garten integriert werden - nur so werden die Kommandos vertieft, gefestigt und führen zum Erfolg.
Ganz zum Schluss haben sich die Teilnehmer*innen darüber ausgetauscht, wie man sich bei Giftköderwarnungen und bei Giftköderfunden bzw. nach Aufnahme eines Giftköders durch den Hund verhält.
Und gerne möchten wir auch Sie bitten, bei Giftköderwarnungen so flächendeckend wie möglich über aufgehängte Plakate, facebook, instagram oder weitere soziale Medien andere Hundebesitzer zu informieren. Und bei einem Giftköderfund Fotos oder Videos zu machen, den Giftköder zu sichern in einer Tüte, die Umgebung nach weiteren möglichen Ködern abzusuchen, diese für evtl. Untersuchungen aufzubewahren und die Polizei zu informieren.
Sollte Ihr Hund einen Giftköder aufgenommen haben, versuchen Sie so viel wie möglich aus dem Maul Ihres Hundes herauszuholen, einzutüten, mitzunehmen und schnellstmöglich einen Tierarzt aufzusuchen.
Ihnen und allen unseren Teilnehmern des Anti-Giftköder-Trainings wünschen wir, niemals in diese Situation zu kommen und präventiv durch Spiel und Spaß sicher sitzende Kommandos miteinander einzuüben, die im Ernstfall lebensrettend sein können.
Heike König